Fedora Linux auf Dell XPS 13 9300 plus Dell 49“ Ultra Wide Display - ein Erfahrungsbericht

Wie verhält sich das schnuckelige Dell XPS 9300 unter Fedora Linux? Läuft dort alles - oder: was läuft nicht? Funktioniert Fedora über die Dell Thunderbolt Docking Station am Dell 49“ Ultra-Wide Display - sprich: bringt das Gespann die 5K-Auflösung? Was muss man tun, damit alles wie erwartet funktioniert?

Das sind die Komponenten im Detail.

Dell XPS 13 9300 Laptop

  • CPU: Intel® Core™ i7-1065G7 CPU × 8, bis zu 3.9 GHz

  • Graphics: Mesa Intel® Iris(R) Plus Graphics (ICL GT2)

  • Memory: 16 GB

  • Disk: 1.0 TB NVMe

  • Touchscreen (wer’s braucht - liess sich nicht abbestellen)

  • Laptop kam mit Windows…

Dell Thunderbolt Dock WD19TB

  • Thunderbolt-Schnittstelle

  • 180W

Dell UltraSharp U4919DW Display

  • 49“ (sagenhaft :-)

  • Resolution: 5120 x 1440 @ 60 Hz (5K)

Unser Erfahrungsbericht

Ursprünglich dachten wir, der XPS 13 ist zwingend nötig (genauer dessen Prozessor, wenn man eine dedizierte Grafikkarte vermeiden will), um die 5K-Auflösung zu liefern - jedenfalls laut der Intel Spec-Seite. Die Überraschung war gross, als nach dem Auspacken der Komponenten ein älterer Dell Latitude 7480 mit Intel Core i7 (7th Generation) und Fedora 30, der seit zwei Jahren seinen Dienst tat, an dem obigen Dell Dock auf Anhieb die 5K-Auflösung auf das Display zauberte.

Zu dem Gefühl, den XPS für das Riesen-Display eigentlich umsonst bestellt zu haben (na ja - fast umsonst) kamen dann noch die Erinnerungen an die zahllosen Probleme hoch, die man früher mit den brandneuen Modellen der XPS-Reihe und Linux hatte. Wären wir doch lieber bei den Business-Modellen der Latitude-Reihe geblieben? Bei diesen war die Erfahrung immer: Fedora installieren, läuft.

Zunächst einmal haben wir uns nur um den XPS gekümmert, ohne Anschluss an Docking Station und Display.

Zum Spass Fedora 30 gebootet, der Stick lag gerade rum. Das Setup findet die NVMe nicht… der erste Stoss-Seufzer, aber ok.

Fedora 31, Kernel 5.3 vom Stick gebootet (aktuelles ISO Stand 2020-04). Die NVMe wird erkannt, die Installation läuft durch. Login in GNOME funktioniert, Netzwerk funktioniert. Ein dnf update liefert unter anderem Kernel 5.5; Reboot durchgeführt. Danach war der WLAN-Adapter nicht mehr auf legalem Weg zur Zusammenarbeit zu überreden, LAN hat dagegen immer funktioniert. Für die in den Foren bekannte WLAN-Thematik gibt es einen Workaround mit einem ln -s auf /var/lib/firmware und speziellen Firmware-Dateien aus einem Google-Git-Repo. Der nächste Stoss-Seufzer und das Gefühl, viel Geld für jede Menge Ärger ausgegeben zu haben.

Zwischendurch nochmal Fedora 31 mit Kernel 5.3 gebootet und das BIOS per GNOME-Software von 1.0.6 auf 1.0.7 aktualisiert, was genau an dem Tag unserer Versuche veröffentlicht wurde. Die Release Notes schwiegen sich zurecht über Netzwerk-Themen aus, denn auch danach gab es keine Verbesserungen im WLAN-Verhalten.

Wir wollten auf keinen Fall mit dem hässlichen Hack leben. Die Maschinen werden teils Tag und Nacht eingesetzt und müssen 100%ig auch nach einem Update funktionieren. Also was tun?

Mit einem unguten Gefühl haben wir uns dazu entschlossen, Fedora 32 Beta (Kernel 5.6) auszuprobieren. Installiert. Login in GNOME ist nicht möglich, wir bleiben auf der Anmeldemaske kleben. Zu allem Überfluss bleibt die Maschine beim Reboot hängen. Hard Reset. Next Try.

Das Login-Problem liess sich lösen, indem wir auf TTY2 ein dnf update durchführten. Am Ende war aber ein Punkt im Benutzernamen der Schuldige - nun ja, lästiger Bug in der zu dem Zeitpunkt eingesetzten Fedora-Version.

Blieb nur noch die Reboot-Problematik. Irgendwann kam dann die zündende Idee: Secure Boot war aktiv!

Am Ende haben wir den XPS 13 9300 mit Fedora 32 Beta und Kernel 5.6 wie folgt zuverlässig installieren können:

  • Secure Boot deaktivieren

  • FC32 Beta installieren (Partitionen sind per LUKS verschlüsselt)

  • Im TTY2 ein dnf -y update ausführen

  • Reboot

  • per GNOME-Software das BIOS-Update durchführen

  • Reboot

Seitdem läuft die Maschine wie eine Eins. Während der Arbeit sind keine Tricks für Software-Updates oder ähnliches mehr nötig (ausser natürlich, dass noch nicht jeder Anbieter eigener Repos seine Software für FC32 anbietet). Fedora 32 funzt ohne weiteres Zutun, sogar inkl. Touch.

Und das beste: GNOME 3.36 erkennt das Display und die 5K-Auflösung auf Anhieb. Und mehr wollten wir eigentlich gar nicht… ;-)